Freitag, 10. Juni 2016

B I L D E R T A G E B U C H

Shivanada bei sich Zuhause

Bei Shivananda & Manjula Zuause

Links Shivanandas Mutter, Rechts Shivanandas Nachberin

Chapati zubereiten mit Manjula

Beim Sari kaufen

Poori zubereiten

Die Kunst des Chapatis

Haengemattenaussicht auf unserer Terasse

Mit meiner lieben Mitfreiwilligen Joelle

Im Hoste mit Janu, Rohit, Mahamad, Shanitnat und Abishek

Spassiger Nachmittag! Rahul Maosh und Kishure!

Im Hostel uebernachten mit Maruthi, Rahul, Nagraj, Rajesh, Ganesh und Mayur!

Shivanada und Mayur <3

In Kalkeri auf den Stadtbus warten!

Hochzeitstag ist Saritag mit der lieben Lea!

Stoffladen in Dharwad

KSV Family! Dirk, Lea, Lisa, Amethyste, Lea, Joelle

Namaste

Spaziergang in der Umgebung

In Dharwad auf dem Markt

Mandala Kunst

Waehrend des Platechecks mit Shabana und Saraswati

Vor dem Small Boys Hostel mit Punith, Ganesh, Mahamad, Manosh und Sahil

Unterwegs im Zug

Mal wieder auf einer Hochzeit!

Waehrend des Monthlyprogram mit Prakash und Sagar hinter der Buehne

Monthlyprogramm! Sariday mit Margot und Rachel!

Typische Kalkeri-Wald-Leben Wunden

Day off mit den Seniorgirls! Reshma, Cavita, Visha Laxi, Bhuvaneshwari, Shilpa, Sushma

Kalkerigoing...mit Lea, Amethyste

Zahnputzzeit im Hostel, Shameer

Sonntagwanderung, Maruthi, Rahul, Krishna, Abishek, Kiran, Purshotam, Shivananda, Kiran und Punith

Sonntagwanderung mit Abishek, Kiran, Kiran, Shivananda, Rahul, Maruthi. Krishna, Purshotam

Bei der Chai-Lady in Kalkeri mit meinen beiden Leas <3


Shabanas Hanna-Kunst

Lea und ich beim Platecheck

Freiwilligen Kueche

Auf der Mangofarm mit den Medium Boys

Mittwoch, 8. Juni 2016

Manjula & Shivananda



Sontags haben die Kinder frei. Sie spielen, toben und rennen über den Campus und alle Freiwillien gerne mit. Jedem Sonntag wird aufgeregt entgegengeblickt, da es die Möglichkeit ist der Eltern, Freunde und Verwandten die Kinder zu besuchen. So sieht man am Ende der Woche viele strahlende Kinderaugen in den Armen ihrer Familien. 

Manjula, ist die Mutter von Shivananda, einem 10 Jährigen Jungen aus meinem Hostel. Über die letzten Monate bin ich ihr Sontags mehrmals begegnet. Im Sari, mit Bangles (traditionelle Glas-Armreifen) und einem Bindi auf der Stirn sitzt sie erwartungsvoll mit einer Tasche voller Obst, Süßigkeiten und selbst gekochten Mittagessen auf dem Schulhof und wartet auf ihren Sohn. 

Seit dem mich Shivananda ihr das erste Mal vorgestellt habe setze ich mich Sontags gerne zu ihr. Sie ist eine ruhige Persönlichkeit mit einem herzerwärmenden Lachen. Während wir uns versuchen über Dies und Das auszutauschen übersetzt Shivananda fleißig. Denn ich spreche genausowenig Kannada oder Hindi wie sie Englisch. Bemalte Hanna Arme und Hände sind in Indien sehr beliebt. So habe ich ihr gerne das eine und andere Mandala gemalt, während sie mich stehst ihre selbstgemachten Gepäcke hat probieren lassen.  
Meine Freude war groß, als sie mich vor ein paar Wochen dann zu ihr nach Hause eingeladen hat. Letzten Sonntag war es dann soweit. Mit drei verschiedenen Busen sind Shivanada, Manjula und ich schließlich in ihrem Heimatdorf angekommen. Während wir durch die Straßen zu ihrem Haus gelaufen sind haben uns neugierige Blicke der Nachbarn begleitet. 

„Hallo! What is your name? Where are you from? How are you?” tönt es mir aus allen Ecken entgegen. Die Dorfbewohner sind neugierig mich kennenzulernen.

Bei Shivananda zuhause angekommen (Einem einfachen ein Zimmer - Lehmhaus, ohne Fenster um es kühl zu halten, mit Küche und Waschberich) wird die schöne Sonntagskleidung erst einmal abgelegt und alle schlüpfen in angenehme Klamotten. Auch ich werde in einen „Nighty“ gesteckt, ein weitverbreitetes langes einfaches Baumwollkleid, das Frauen zuhause tragen. Während des nächsten Tag tauche ich in die Welt einer indischen Hausfrau ein.

Zunächst wird mir stolz das Haus vorgeführt. Anschließend gibt es selbstgemachten Girmit (Puffreis mit einer Masala-Mischung und Zwiebeln) und natürlich auch einen süßen Chai. 

Es dauert nicht lange da schneien die ersten Nachbarn bei Shivananda ein. Es wird viel auf Kanada geredet. Ich erkläre woher ich komme, was ich in Indien mache und woher ich Shivananda kenne. Aufgeregt werden hinterher noch ein paar Fotos gemacht. Alle freuen sich über die Bangles an meinen Handgelenken, dem Bindi auf meiner Stirn und über die traditionelle Kleidung. 

Es passiert nicht oft, dass die Dorfbewohner europäische Leute in indischer Kleidung sehen. Doch da in meinem Projekt die kulturelle Anpassung sehr wichtig ist und mir auch sehr viel Spaß macht, ist es für mich schon normal geworden mich seit einem Jahr so zu kleiden. Wenn auch noch meine Mitmenschen Freude daran haben macht mich das umso glücklicher.

Nach dieser Begegnung stehen noch ein paar weitere Hausbesuche an, ein Tempelrundgang im Dorf wobei ich immer wieder netten Leuten begegne. Schließlich wurde ich noch bei einem Nachbar zum Dosa Essen eingeaden (einem sehr leckeren Snack). Das Haus welches ich somit besuchen durfte war sehr beeindruckend. Zweihundert Jahre alte verzierte Holzvertäfelungen haben die Wände und Türen geschmückt. Da die Familie auch gut Englisch sprechen konnte hatte wir ein angenehmes Gespräch bei einer Tasse Kaffe.

Nach einer Weile sind Shivananda  und ich dann wieder zurück nach Hause zu Manjula.
Ich hatte Manjula gegenüber den Wunsch geäußert wie sehr es mich freuen würde indisch kochen zu lernen. Normalerweise habe ich bei Familienbesuchern erfahren, dass Gäste keine Arbeit im Haus nachgehen sollten, dementsprechend warten und freundlich vom Gastgeber bedient werden. 

Mit Manjula jedoch hatte ich die Möglichkeit abends gemeinsam mit ihr Chapati (feines, flaches Brot) zu machen, welches man gemeinsam mit Gemüse, Reis oder auch einem Mangoquark ist.
Am nächsten Morgen habe ich auch gelernt Poori (in Deutschland oft Batura genannt, frittiertes aufgeblasenes Brot) zuzubereiten. Nach dem Frühstück wird Wasser zum Duschen über der Feuerstelle erhitzt und falls man die Toilette aufsuchen möchte geht man ein paar Grundstücke weiter zum allgemeinen Toilettenhaus. Einer einfachen Betonhütte mitten im Nirgendwo. 

Nach einem morgendlichen Spaziergang mit Shivananda, gehen Manjula und ich noch auf den Markt. Denn Manjula erklärt mir, dass es Tradition sei, wenn ich beispielsweise zum ersten Mal ihr Haus besuche vom Gastgeber ein Kleidungsstück geschenkt zu bekommen. Es sei eine Geste der gegenseitigen Freundschaft. So waren wir dabei einen Sari für mich zu finden und passende Bangles dazu. Nachdem mir Manjula beim Anziehen des Saris geholfen hat (ganz alleine schaffe ich es immer noch nicht, soll sich demnächst ändern) müssen Shivananda und ich auch bald wieder zurück zur Schule aufbrechen. Der Unterricht und die Arbeit ruft. Am Busbahnhof werden noch ein paar Kindertränen verdrückt als Shivananda sich von seiner Mutter verabschieden musste.

Auf dem Weg zurück lass ich die zwei schönen Tage Revue passieren und bin dankbar eine solche kulturell, bereichernde Erfahrung gemacht haben zu können.

Viele Liebe Grüße zurück aus Kalkeri,
Eure Lisa

Mittwoch, 4. Mai 2016

Semesterrückblick



Hallo, nach langer Zeit finde ich wieder die Ruhe mich aus dem Indischen Wald zu melden!
 
Das Halbjahres-Camp liegt jetzt schon 3 Monate zurück und ich kann nicht oft genug wiederholen, wie schnell die Zeit hier in Indien verfliegt!
Es war ein schönes Wiedersehen in den Bergen Tamil Nadus. Alle ICJA Freiwilligen haben sich für 5 Tage auf der Hill Station, Ooty zusammengefunden und sich über die letzten 6 Monate ausgetauscht. Während, der Gespräche ist mit bewusst geworden, dass ich mit meiner Arbeit in Kalkeri zu einem besonderen Projekt beitrage. Probleme wie; dass ich an meinem Arbeitsplatz wohne und es schwierig ist Arbeit von Freizeit zu trennen und das Leben in einer Gemeinschaft zusammen mit seinen Vorgesetzten, kamen mir plötzlich lächerlich vor, verglichen mit den Schwierigkeiten denen die restlichen Freiwilligen gegenüberstanden. Vom Projektrauswurf bis Wohnungslos war alles dabei…
Neben den Workshops auf dem Camp, hatten wir die Möglichkeit eine Teeplantage und Teefelder der Umgebung zu erkunden, sowie auch einen gesamten Tag in Ooty zu verbringen. Das Middle Camp hat mir vor Augen geführt wie wohl ich mich doch in meiner Umgebung fühle. 

Schön war es anschließend weiter mit zwei Freunden nach Bangalore zu fahren, der Hauptstadt Karnatakas. Ich habe einen Tag in ihrem Projekt verbracht und ihre Arbeit kennenlernen dürfen. Ihr Projekt ist jedoch weniger auf Freiwillige angewiesen. So mussten sie beinahe keinen Aufgaben nachgehen, was bei ihnen Langeweile auslöste und sie ihren Freiwilligen Dienst in Frage stellten. Glücklich kann ich sagen, dass etwa einen Monat nach meinem Besuch in Bangalore eine Freundin zu mir ins Projekt wechseln konnte und jetzt ihrer Energie und Kreativität freien Lauf lassen kann.

Nach dem Besuchen meiner Freunde erwartete mich ein großes Wiedersehen. Denn mein Vater war geschäftlich in Indien, Bangalore unterwegs, somit hatte ich die unglaublich schöne Möglichkeit nach 6 Monaten ein paar Tage mit ihn verbringen zu können. Die Wiedersehensfreude war groß!

Daraufhin ging es auch schon wieder zurück ins Projekt. Während meiner Abwesenheit in der Schule habe ich die kleinen Jungs aus meinem Hostel sehr vermisst. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie sehr ich mich zurück in Deutschland nach ihnen sehnen werde. 
Nachdem die ersten Sechs Monate um sind, kommt einem das Ende des Jahres plötzlich viel zu nahe vor. In der ersten Hälfte zählt man auf und sagst sich ständig „wow ich bin schon 3,4,5, Monate hier…“. Nach sechs Monaten endet das Aufzählen irgendwie und man hört nur noch „Oh nur noch 5,4,3, Monate…“

Nach ein paar weiteren arbeitsintensiven Monaten folgte auf den Besuch meines Vaters die ganze Familie. Meinen Vater hatte ich zuvor nur in Bangalore gesehen. Nun konnte ich ihm gemeinsam mit meinen allerliebsten Geschwistern und meiner Mutter den Ort zeigen, an dem ich die letzten, damals 8 Monate gelebt habe. Nachdem sie das letzte Jahr mit mir in einer Blackbox telefoniert haben konnten sie nun meine Erzählungen nachvollziehen und in meine Erfahrung eintauchen. Ich liebe euch Mama, Papa, Sophie und Leonardo!

Zur selben Zeit in der meine Familie zurück nach Deutschland geflogen ist, haben in Indien die Sommerferien eingeläutet. Mai ist hier der heißeste Monat. Nachdem das Leben in der Schule also für einen Monat ruhiger geworden ist, haben sich alle Freiwillige aus meinem Projekt auf nach Goa gemacht um ein paar Tage gemeinschaftlich zu verbringen. Sich vom Schulalltag zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen.  
Das gemeinsame Reisen ist mit viel Freude verbunden und eine Erfahrung, die ich jedes Mal aufs Neue eingehen würde. Dennoch habe ich mich nach dem ganzen Trubel der letzten Monate etwas Zeit alleine gesucht, um in Ruhe Reflektieren zu können. Darum habe ich meine sieben Sachen gepackt und habe Kerala, der küstennahe Staat unter Karnataka für eine Woche bereist. In Munnar war ich zwischen den Teeplantagen in den Bergen wandern, während ich es mir in Alleppy mit ein paar Reisebekannschaften auf einem Hausboot in den Backwaters gut gehen lassen habe. In Vorbereitung auf meinen Reisemonat am Ende meines Freiwilligen Dienstes kann ich aus dieser Woche schließen, dass ich mich sicher und wohl fühle alleine als Frau in Indien zu reisen. Es ist eine Frage des Anpassens, seine Umgebung und Situation zu verstehen und nachvollziehen zu können. Dennoch kann man nie vorsichtig genug sein

Nach einer wunderschönen Woche alleine in Kerala habe ich mich zurück nach Kalkeri gemacht. In der Schule mussten nur noch kleine handwerkliche Arbeiten getan werden, bevor die Sommerferien vorüber gingen und die Kinder zurück kamen

So finde ich mich also auf meiner Hängematte sitzend, diesen Blogeintarg schreibend wieder, während die Jungs in der Schule sind und erwische mich bei den Gedanken „Oh nur noch zwei Monate…“

Alles Liebe,
Eure Lisa